Sofern die schulischen Möglichkeiten zur Behebung der Rechenschwäche nicht mehr ausreichen, bieten wir eine Lerntherapie für das Kind an.
Im Rahmen der Lerntherapie sollen mit den Kindern die Lücken beim Relationsverständnis, bei der Mengen- und Zahlbegriffsentwicklung, beim Verständnis des Stellenwertsystems sowie beim sicheren Umgang im operativen Bereich aufgearbeitet werden, um dem Kind den Anschluss an den aktuellen Schulstoff zu ermöglichen.
Aufgrund der Notwendigkeit des kleinschrittigen fehleranalytischen Vorgehens, der individuell unterschiedlichen Therapievoraussetzungen und Lernschwierigkeiten muss das therapeutische Vorgehen genau auf das einzelne Kind abgestimmt sein. Die Dyskalkulietherapie findet daher grundsätzlich als Einzel- oder Doppeltherapie statt. Eine Förderung rechenschwacher Kinder in Gruppen, nach einem feststehenden Förderprogramm oder auch mit Hilfe von Lernsoftware halten wir für nicht Erfolg versprechend.
Die Therapeuten führen regelmäßig eine therapiebegleitende Förderdiagnostik durch, um die Lernfortschritte und die noch vorhandenen Schwierigkeiten festzuhalten und daraufhin den weiteren Verlauf der Förderung zu planen. Ein häusliches Übungsprogramm, das an die jeweiligen Lernfortschritte angepasst wird, dient der Automatisierung der Lerninhalte und -strategien. Um die jeweils geeigneten Übungsformen zu finden, müssen wir Inhalte, Zeit und Umfang individuell für jedes Kind gestalten. Jeder Therapeut muss daher in sämtlichen Aspekten lerntherapeutischer Arbeit ausgebildet sein. Diagnostische und therapeutische Kompetenz sind nicht zu trennen. Von einer Förderung durch nicht speziell ausgebildete Fachkräfte raten wir daher ab.
Für das Gelingen der Lerntherapie muss für die Stabilisierung des familiären und schulischen Umfelds des Kindes gesorgt werden. Aus diesem Grund führen wir Beratungsgespräche mit Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern durch.
Sofern möglich, werden die Eltern in einer co-therapeutischen Funktion in die Therapie eingebunden. Dazu werden sie im Rahmen von therapiebegleitenden Beratungsgesprächen über die wesentlichen Inhalte und Maßnahmen der Therapie informiert.
Nach unseren Erfahrungen dauern die Therapien zwischen 1,5 und 2,5 Jahre. Bei mehr als 80% der betreuten Kinder und Jugendlichen wird innerhalb dieser Zeit eine deutliche Entlastung der psychischen Situation, eine Stabilisierung des Lernverhaltens sowie eine Umsetzung schulischer Lerninhalte im Sinne eines "verstehenden" Lernens erreicht.