|
"Bloß kein minus … lieber plus!“

|
Die Subtraktion – ein Buch mit sieben Siegeln?
Katja Rochmann , Michael Wehrmann
Ein Lehr- und Lernbuch für den Grundschulstoff
Arbeitskreis vom Zentrum für angewandte Lernforschung gemeinnützige GmbH (Hg.)
ISBN 978-3-00-028253-9, 120 Seiten, 9,80 Euro, www.os-rechenschwaeche-shop.de
„Individuelle Förderung“, so lautet das Gebot der Stunde – im Mathematikunterricht, im Förderunterricht, in allen Bereichen, in denen Schüler beim Erwerb mathematischer Kompetenzen unterstützt werden. Aber wie kann „individuelle Förderung“ im Lernalltag aussehen? Wichtige Antworten auf diese Frage gibt die Publikation von Katja Rochmann und Michael Wehrmann .
|
Das Buch greift sich gezielt eines der „Angstthemen“ für Kinder mit Rechenschwierigkeiten heraus: die Subtraktion oder „das Minus-Rechnen“. Zentrale Themenbereiche sind dabei:
- das Anzahlverständnis und der Mengenvergleich als Kenntnisvoraussetzungen
- der Aufbau eines grundlegenden Operationsverständnisses im Zahlraum bis 10
- das Verständnis von Platzhalteraufgaben
- die halbschriftlichen Rechenverfahren im erweiterten Zahlraum sowie
- die schriftliche Subtraktion.
Eine besondere Stärke des Förderansatzes der beiden Autoren liegt in der durchgängigen Einbeziehung der eigenen (und oft sehr eigenwilligen) Strategien und Vorstellungen, die Schüler selbst zu der Frage, „wie das Minus-Rechnen geht“ gebildet haben.
Sie werden in Form eines Arsenals von diagnostischen Fragestellungen und praktischen Förderansätze vorgestellt.
Diagnostisches Vorgehen...
Unverzichtbar für eine erfolgversprechende Förderung ist eine gründliche Lernstandsanalyse (die auch die subjektive Haltung des Schülers zu den eigenen Schwierigkeiten mit einbeziehen muss). In zahlreichen, oft verblüffenden Beispielen machen die Autoren deutlich, dass eine solche Diagnostik sich nicht einseitig auf die Ergebnisse des Rechenprozesses stützen darf. Richtige Ergebnisse – das zeigen ihre Beispiele – sind keineswegs immer auf einen angemessenen Rechenweg und ein zutreffendes Aufgabenverständnis zurückzuführen. Falsche Ergebnisse wiederum können sehr vielfältige Ursachen haben: Von einfachen Flüchtigkeitsfehlern bis hin zu hochkomplizierten, aber leider grundfalschen Rechenstrategien. Die zuverlässige Erfassung dieser Unterschiede ist für den Erfolg von Förderbemühungen natürlich von wesentlicher Bedeutung. Wichtig ist der Hinweis der Autoren, dass standardisierte Rechentests wie der ZAREKI hier wenig nützlich sind, da sie sich notwendigerweise auf die Ergebnisse des Rechenvorgangs beschränken. Rochmann und Wehrmann stellen demgegenüber für die unterschiedlichen Förderbereiche zentrale Diagnosebeispiele vor, die einen Zugang zu den Vorstellungen und Strategien des Kindes eröffnen. In der Regel ergeben sich daraus auch unmittelbar Ansätze einer sinnvollen Förderung.
...und Wege der Förderung
Viele Eltern (und nicht nur sie) halten mathematisches Können einseitig für eine Frage des Übens. Rochmann und Wehrmann können demgegenüber deutlich machen, dass Üben erst dann Sinn macht, wenn ein solides Verständnis der Rechenoperation, die zu erlernen ist (hier der Subtraktion), erworben ist. Und dieses Verständnis kann durch den Einsatz von sinnvollem Lernmaterial unterstützt werden. Allerdings warnen sie vor der Suche nach dem „ultimativen“ Rechenmaterial, das den Lernerfolg unter Garantie herbeiführt. Es ist daher auch nicht die Aussicht auf ein neues, womöglich revolutionäres Lernmaterial, das die Autoren anzubieten haben. Ihr Schwerpunkt ist ein anderer: In zahlreichen Beispielen der Autoren zu neueren Entwicklungen in der Mathematikdidaktik. So setzen sie sich sehr detailliert mit dem Vorschlag auseinander, Kinder – insbesondere bei der Subtraktion im erweiterten Zahlraum – von Anbeginn an mit einer „Vielfalt der Rechenwege“ zu konfrontieren. Gerade bei Schülern, die sich im mathematischen Lernbereich schwer tun, plädieren sie mit guten Argumenten dafür, zunächst für Sicherheit im Verständnis und im praktischen Rechenvollzug zu sorgen, bevor durch die Befassung mit anderen Rechenwegen eine Vertiefung der Kenntnisse anvisiert wird.
Auch wenn sich das Buch primär an Fachkräfte richtet, so kann es - lebendig geschrieben und gut lesbar - auch für engagierte Eltern von Nutzen sein. Die zahlreichen Fehlerbeispiele und ihre inhaltliche Aufklärung können ihnen helfen, die Schwierigkeiten ihrer Kinder besser zu verstehen und sie nicht vorschnell auf Konzentrationsprobleme, Wahrnehmungsstörungen oder gar Begabungsdefizite zurückzuführen.
Jochen Peter
Professur für Pädagogische Psychologie
Hochschule Mannheim - Mannheim University of Applied Sciences
Fakultät für Sozialwesen
|
Rechenschwäche/Dyskalkulie

Symptome – Früherkennung – Förderung
Materialien und Texte zur Fort- und Weiterbildung
Der Herausgeber ist der Arbeitskreis des Zentrums für angewandte Lernforschung,
ein überregionaler Verbund unabhängiger Facheinrichtungen.
Seine Aufgabengebiete sind Forschung, Beratung und Fortbildung zu Dyskalkulie.
Der Bezug des Buches ist bei den beteiligten Facheinrichtungen für
12 € möglich. Bei Zuschickung: Porto 2,50 €. Sie können
es telefonisch oder per e-mail bestellen.
Der Fortbildungs-Reader ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis. Er
besteht aus vielen Praxisbeispielen, anhand derer u.a. auf die folgenden
Themenbereiche eingegangen wird:
- Probleme mit dem mathematischen Stoff
- Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten bei rechenschwachen
Kindern
- Charakteristische Symptome der Dyskalkulie
- Qualitative Fehleranalyse – wie geht das?
- Überprüfung pränumerischer Grundlagen im Rahmen der
Präventionsdiagnostik
- Standardisierte Diagnoseverfahren – die richtige Grundlage für
eine Förderung?
- Stellenwert von Zeugnissen, Noten und verbalen Beurteilungen bei
rechenschwachen Kindern
- Aufbrechen des „Teufelskreises Lernstörung“
- Was kann die Schule zur Förderung beitragen?
- Sinn und Unsinn des Einsatzes von Anschauungsmaterialien in der
Lernintervention
- Die Rolle der Elternarbeit und Elternmitarbeit
- Praktische Trainings- und Übungshilfen
- Direkt umsetzbare Materialien und Arbeitsmittel
- Rechenschwäche in verschiedenen Schulformen
Die Zielgruppen der Schrift
sind neben den Jugendämtern, Kliniken und Schulämtern vor allem die Lehrer(innen)
und die Mitarbeiter(innen) der Beratungsstellen, die in ihrer täglichen
Arbeit mit rechenschwachen Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind.
Insbesondere von Seiten der Schulen wurde auf unseren Fortbildungsveranstaltungen
häufig die Bitte an uns herangetragen, eine praxisnahe und praktikable
Hilfestellung für den Unterricht zu erstellen.
Unser Anliegen ist es, den Reader im Eigenverlag herauszugeben, um ihn
so zu einem günstigen Preis anbieten zu können. Auf diese Weise hoffen
wir, dass er seinen Weg in möglichst viele Schulbibliotheken, Beratungsstellen
und Ämter finden kann.
Ergänzung zur Lehrer-Weiterbildung
Für alle, die bereits an einer unserer Fortbildungsveranstaltung teilgenommen
haben, stellt dieses Buch eine Ergänzung zur Vertiefung und Auffrischung
dar und soll für den praktischen Umgang mit rechenschwachen Kindern Hilfestellungen
anbieten.
Für diejenigen, die noch keine Veranstaltung besucht haben, soll diese
Schrift als eine Einführung in das Thema Rechenschwäche/Dyskalkulie darstellen.
Der Fortbildungsreaders soll weiterhin als Grundlage für Weiterbildung
von Lehrern im Bereich der Früherkennung und Prävention dienen.
Elternratgeber


Der Herausgeber
ist der Arbeitskreis des Zentrums für angewandte Lernforschung,
ein überregionaler Verbund unabhängiger Facheinrichtungen.
Seine Aufgabengebiete sind Forschung, Beratung und Fortbildung zu Dyskalkulie.
Der Bezug des Buches ist bei den beteiligten Facheinrichtungen für
5 € möglich. Bei Zuschickung: Porto 2 €. Sie können
es telefonisch oder per e-mail bestellen. Weitere
Literaturhinweise
Wir wollen im Folgenden weitere
Bücher vorstellen, die wir besonders empfehlen können. Zu jedem Buch gibt
es einen kurzen Kommentar, damit Sie eine Hilfe für die Entscheidung haben,
ob das Buch das richtige für Sie ist.
BRÜHL, H., BUSSEBAUM, CHR. et al.: Rechenschwäche/Dyskalkulie: Symptome
– Früherkennung – Förderung, Osnabrück 2003
Materialien und Texte zur Fort- und Weiterbildung des Arbeitskreises des
Zentrums für angewandte Lernforschung. Erscheint Juli 2003. In diesem
von uns mit herausgegebenen Werk wollen wir insbesondere Lehrern und Einrichtungen,
die auf unseren Fortbildungsveranstaltun-gen den Wunsch nach weiteren
Hilfestellungen äußern, Materialien bei der Gestaltung der Unterrichtspraxis
zum besseren Verständnis rechenschwacher Kinder anbieten.
GAIDOSCHIK, M.: Rechenschwäche - Dyskalkulie. Eine unterrichtspraktische
Einführung für LehrerInnen und Eltern. (öbv & hpt), Wien 2002
Ein ausführliches und durchgehend gelungenes Buch zum Thema Rechenschwäche
mit den Schwerpunkten Früherkennung und Prävention in den beiden ersten
Schulstufen. Herausgegeben vom österreichischen Bundesministerium für
Bildung, Wissenschaft und Kultur. Empfehlenswert für alle Lehrer, Therapeuten,
Erziehungsberatungsstellen, Schulpsychologen und Ämter, die mit rechenschwachen
Kindern zu tun haben.
GAIDOSCHIK, M.: Österreichisches
Rechenschwäche-Magazin
Eine Zeitschrift, die dem Thema “Förderung bei Rechenschwäche” in der
öffentlichen Diskussion mehr Gewicht verleihen will und viele
interessante Artikel enthält. Alle Exemplare sind im Internet kostenfrei
erhältlich (http://www.rechenschwaeche.at/seiten/magazin.htm).
GANSER, B. (Hg.): Rechenstörungen (Bd. 1: Diagnose
– Förderung – Materialien; Bd. 2: Unterrichtspraktische Förderung),
Donauwörth (Auer) 1999
Ein Übersichtswerk mit Beiträgen verschiedener Autoren, das viele Bereiche
der Förderung rechenschwacher Kinder behandelt. Band 2 bietet in Ergänzung
zum ersten viele praktische Handreichungen. Zum Teil sehr gute Beiträge.
GERSTER, H.-D., SCHULTZ, R.: Schwierigkeiten
beim Erwerb mathematischer Konzepte im Anfangsunterricht, Freiburg (Pädagogische
Hochschule) 2000
Ergebnisse einer Studie zum Thema Rechenschwäche, die auch den Zusammenhang
von Rechenschwäche und sog. “Basisfaktoren” kritisch reflektiert.
Durch die zahlreichen Beispiele zur Fehleranalyse und die umfangreichen
Auswertungen interessant für Lehrer. Dieses Werk ist nur direkt bei Prof.
Gerster erhältlich.
(siehe
http://www.ph-freiburg.de/mathe/personen.htm); kostenloser
Download unter: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1397
FOCKE, E.: Beobachtungsempfehlungen hinsichtlich
pränumerischer und arithmetischer Grundlagen: http://www.learn-line.nrw.de/angebote/schuleingang/pdf/beo_emp.pdf
FOCKE, E.: Probleme rechenschwacher Kinder mit mathematischen
Basisoperationen: http://www.rechenschwaeche.org/Operationsverständnis.pdf
HOFFMANN, W., SCHLEE, U., SCHWERIN, A. V.: Mein
Kind ist rechenschwach – Ein Ratgeber für den Umgang mit rechenschwachen
Kindern.
Unser Elternratgeber, der viele Beispiele enthält. Der 120-seitige
Ratgeber ist für einen Unkostenbeitrag von 7 € bei uns erhältlich.
KUTZER, R.: Mathematik entdecken und verstehen;
Schülerband 1-6: Frankfurt/M. (Diesterweg) 1995-2001; Kommentarband 1;
Frankfurt/M. (Diesterweg) 1998
Insbesondere der Lehrerband 1 mit dem Schwerpunkt Pränumerik führt zu
einem besseren Verständnis, mit welchen Schwierigkeiten rechenschwache
Kinder zu kämpfen haben.
LORENZ, J. H., RADATZ, H.: Handbuch des Förderns
im Mathematikunterricht, Hannover (Schrödel) 1993
Ein Standardwerk im deutschsprachigen Raum zum Thema Dyskalkulie. Hier
findet sich viel Material zum Thema Fehleranalyse, Binnendifferenzierung
und Förderung. Es enthält ein lesenswertes Glossar – sowie eine
lesenswerte Fußnote. Standard für Grundschul- und
Sonderschul-Lehrer(innen).
PADBERG, F.: Didaktik der Arithmetik, Heidelberg
(Spektrum) 1996
Ein ausführliches Werk, das sich der Grundschularithmetik widmet, ohne
ein bestimmtes Schulbuch verkaufen zu wollen. Insbesondere die
Darstellung der Zähl- und Zahlbegriffsentwicklung ist lesenswert.
WEHRMANN, M.: Qualitative Diagnostik von
Rechenschwierigkeiten im Grundlagenbereich Arithmetik, Berlin (Köster)
2003
Dieses Buch ermittelt durch die Analyse von Schülergesprächen Kriterien
für die Förderdiagnose. Ein Grundlagenwerk für alle, die qualitative
Förderdiagnostik durchführen wollen und daher mit Prozenträngen nicht
gut bedient sind.
|